Chronik

Wärmestube Chronik

Mitte der Neunziger Jahre erarbeiteten die beiden Landeswohlfahrtsverbände Baden und Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Landkreis- und Städtetag des Landes sowie den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege die „Fortschreibung der kommunalen Konzeption der Hilfen für alleinstehende Wohnungslose in Baden- Württemberg“.

Damit war der Grundstein gelegt auch ausserhalb der grösseren Städte - also in der Fläche - ein qualifiziertes Hilfeangebot für wohnungslose Menschen zu schaffen. Am 01. August 1996 wurde auf dieser Grundlage die ambulante Fachberatung der AWO mit angegliederter Wärmestube in Tuttlingen in der Gutenbergstrasse eröffnet.

Ein Raum, voll mit Schreibtisch und Stühlen, Büromöbeln, Kleiderschrank und Kleiderspenden, diente als Auszahlungsbüro, Beratungsraum und Kleiderkammer gleichermassen. über einen kleinen Flur hinweg konnte der Seniorentreff der AWO als Wärmestube genutzt werden – in einer kleinen Küche wurde Tiefkühlessen erwärmt, Wäsche gewaschen und getrocknet – bis 12.00 Uhr mussten die Räume besenrein verlassen werden, da sie noch anderweitig genutzt wurden. Der Anfang war gemacht.

Im Februar 2000 konnte die 50% Stelle auf eine ganze Stelle ausgeweitet werden. Nun mit zwei Personen besetzt, gelang es in wenigen Monaten der drangvollen Enge zu entkommen und neue Räumlichkeiten zu finden. Der Umzug im Oktober 2000 von der Gutenbergstrasse in die Räume in der Karlstrasse war ein wahrer Quantensprung – von diesem Zeitpunkt an konnte die Wärmestube länger öffnen, finden Auszahlung und Beratung in angemessenen Räumen statt, kann jeder der möchte ungestört die sanitären Anlagen benutzen und auch die Kleiderkammer hat einen angemessenen Platz.

Als der Kreistag im März 2010 die Diskussion über beabsichtigte Kürzungen im sozialen Bereich anstiess, wurde das Vorhaben einen Förderverein für die Wärmestube zu gründen, voran getrieben. Diese Idee reifte schon eine gewisse Zeit in der Einrichtung – und wurde bei den Kollegen des AWO Wohnungslosen-Hilfeverbunds bereits erfolgreich umgesetzt. In Villingen-Schwenningen gibt es den Förderverein Wärmestube im „Paradies“ und in Rottweil schon viele Jahre das „Suppenstüble“ unter der Trägerschaft des Freundeskreises Wärmestube, einer Kooperation der Katholischen und Evangelischen Kirchengemeinden sowie der AWO.

Eine Vereinsgründung bedarf grosser Anstrengungen und so standen im Jahr 2010 zahlreiche Gespräche mit Vertretern der Kommunalpolitik an, um unsere Einrichtung vorzustellen, die Folgen einer Kürzung darzustellen und auch um Unterstützung zu werben. In unserer Präsentation wurde auch die Idee des Wärmestuben-Fördervereins aufgezeigt. Konkret soll dieser die Wärmestube und ihre Mitarbeiter bei verschiedenen Aufgaben unterstützen: öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, personelle und materielle Ausstattung, ehrenamtliche Mitarbeit (auch bei Aktionen) und Spenden sammeln.

Im Oktober schliesslich fand eine Informationsveranstaltung statt. Parallel wurde eine Satzung erarbeitet, Kontakt mit Finanzamt und Amtsgericht aufgenommen, Gespräche geführt, um im Vorfeld zu sichten, wer im künftigen Vorstand eine Funktion übernehmen könnte. Eine ganz besondere Art der Unterstützung erfuhren wir durch die Zusage von Herrn Landtagspräsident a.D. MdL  Wolf, die Schirmherrschaft über den Förderverein Wärmestube zu übernehmen. Dies freute uns sehr und ermutigte uns den eingeschlagenen Weg weiter fortzuschreiten und so wurde am 27. Januar 2011 der

Förderverein Wärmestube für den Landkreis Tuttlingen e.V. gegründet.

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